Geschichte

Nostalgie prägt die Stimmung des Grand Hotels, eines außerordentlich geschichtsträchtigen  Hotels in exklusiver Lage.

Stolz und ehrwürdig nimmt es die Ecke Karl Johans Gate/Rosenkrantz Gate ein. Hier haben Ibsen und Jæger ihren Whisky Soda getrunken und Nansen dem Volk vom berühmten Eckbalkon aus zugewunken. Und noch immer gibt es im Café das berühmte „Smørbrød“, während die Musikgarde schlosswärts zieht.

Das Grand Hotel ist Norwegens bekanntestes und traditionsreichstes Hotel mit einem geschichtsträchtigen Café, das kennt jeder. Es war der Ort des Sehens und Gesehenwerdens.

Mit der Zeit ist das Grand Hotel modernisiert worden; und so präsentiert es sich heute, mit 135 Jahren, so gut wie neu. Dies gilt jedoch nur für das Äußere, denn in seinem Inneren ist die Geschichte nach wie vor greifbar.

Gegründet 1874

Das Grand Hotel wurde 1874 von Konditor Julius Fritzner eröffnet, nachdem die über drei Etagen reichende Privatwohnung von Professor Chr. Heiberg zum Hotel umgestaltet worden war. Grand bedeutet groß, und natürlich wurde der Name gewählt, weil das Gebäude groß und Kristiania im Begriff war, sich zu einer Großstadt zu entwickeln.

Grand Café

Zuerst wurde das Café eröffnet, wobei die notwendigen Umbauten von Architekt Jacob Nordan und die Ausschmückungsarbeiten von Fritzners gutem Freund, Wilhelm Krogh, Kulissen- und Theatermaler am Theater von Kristiania, durchgeführt wurden. Ursprünglich lag das Café etwas über Straßenniveau und die Gäste mussten die Räumlichkeiten über eine Außentreppe betreten, doch Ende der 70er-Jahre wurde der Boden abgesenkt und die Einrichtung des Lokals geändert. Ab dieser Zeit wurde das Café zum Treffpunkt für ganz Kristiania.

Das dreigeschossige Haus von Professor Christen Heiberg an der Ecke der Karl Johans Gate 31 gehörte zu einer Reihe vornehmer Bürgerhäuser, die um 1840 entlang der „Neuen Schlossstraße“, wie die Karl Johans Gate anfangs genannt wurde, entstanden sind.
Im Nachhinein erscheint die Gründung eines Hotels in dieser neuen mondänen Gegend als eine logische Entscheidung, doch nahm sich die Situation zur damaligen Zeit ganz anders aus. Viele rieten Julius Fritzner von diesem Projekt ab und betrachteten das Betreiben eines Hotels außerhalb der alten Stadtviertel, sozusagen auf dem Land, als einen tollkühnen Gedanken.

 

1886 – Eröffnung des Festsaals „Speilen“

Im Jahr 1886 wurde der imposante Festsaal der Hauptstadt, Speilen, eröffnet, in dem man zur Musik der besten Orchester „dinieren“ konnte.

Der Saal besaß eine schön verzierte Decke, Marmorsäulen in Altrosa und spiegelvertäfelte Wände. Hier trafen sich Jungakademiker und ausländische Diplomaten zum Mittagessen.

Der schönste und repräsentativste Saal, den Norwegen jemals besaß, wurde 1894 in Anwesenheit von Henrik Ibsen eröffnet. Der Rokokosaal reichte über zwei Etagen und war an Decken und Wänden reich verziert mit Gemälden von Krogh. Hier fanden die Künstlerkarnevals, zahllose Bälle und die Soirees von Petra Sand zu Gunsten ihres Kinderheims statt. Und nicht zuletzt fanden die Veranstaltungen der „Balselskabet Foreningen“ (Ballgesellschaftsverein) unter der Schirmherrschaft von Königin Maud und König Haakon in diesem Saal statt.

Als Roald Amundsen nach seiner erfolgreichen Südpolexpedition 1912 nach Oslo zurückgekehrt war, wurde im Grand Hotel ein Festbankett ausgerichtet.

1911-1913

1911-13 erhielt das Grand Hotel nach Umbauten sein heutiges Aussehen, mit weißem Granit vom Sognefjord, dem charakteristischen, kupfergedeckten Uhrenturm und einer fantastischen Aussicht.

Zur damaligen Zeit verfügte das Hotel über 120 Zimmer und 50 Bäder.

Die Wahl des Namen ‚Grand‘ geht natürlich auf die Größe des Gebäudes zurück und darauf, dass Kristiania sich zu einer Großstadt zu entwickeln begann.

Im Eröffnungsjahr des Grand Hotels wurde auch das Stadtjubiläum gefeiert, wobei die Karl Johan Gate zum neuen Zentrum und zur Hauptstraße der Stadt wurde. Außerdem ließen sich die Brüder Fritzner möglicherweise vom Grand Hotel in Stockholm inspirieren, das etwa zur gleichen Zeit fertiggestellt wurde.

 

Grand Café

„Über das Grand Café ließe sich durchaus viel erzählen – hier entsteht viel von Oslos Geschichte“, schrieb Edvard Munch 1928. Und heute kann man die Geschichte Munchs nicht erzählen, ohne das Grand Hotel zu nennen. Und noch weniger Ibsens.

Denn die Geschichte des Grand Hotels ist auch die Geschichte einiger der größten Künstler des Landes mit dem Grand Café als Zentrum ihres geistigen Lebens. Und während Ibsen das Hotel in den 1890er-Jahren am berühmtesten machte, machte die Kristiania-Boheme das Jahrzehnt davor zum dramatischsten. Die 80er- und 90er-Jahre waren eine Zeit des Überflusses an Künstlern und lebenshungrigen Bohemes.

Das Grand Café wurde 1874 in der Schweigaardschen Wohnung zwei Meter über dem Bürgersteigniveau mit Eingang von der Rosenkrantz Gate eröffnet. Das Café wurde auch die Wohnstube genannt. Die Wände waren mit Spiegeln bedeckt, es gab Marmortische und plüschbezogene Möbel. Und eine Klingel, um den Ober Østbye zu rufen, der wegen all des Tabakrauchs mit roten Augen zwischen Anrichtetheke und den angrenzenden Zimmern hin- und herlief.

An diesem Ort saß die Boheme von Kristiania und der Wunsch nach Veränderung eines veralteten Gesellschaftssystems, der Geschlechterrollen und Familienstrukturen entstand.

 

Die Kristiania-Boheme

An diesem Ort saß die Boheme von Kristiania und der Wunsch nach Veränderung eines veralteten Gesellschaftssystems, der Geschlechterrollen und Familienstrukturen entstand. Sie versuchten, nach ihren neun Geboten zu leben, von denen das erste lautete: „Du sollst dein eigenes Leben schreiben“ und zum Ausgangspunkt für ihre Einstellung als Künstler wurde.

Christian Krohg befolgte dieses Gebot und verbrachte seine letzten Lebensjahre schreibend und zeichnend und war der alten Wohnstube stets treu ergeben.

Dass er Ehrengast Nr. 1 war und Ibsens Erbe, unterstrich das Grand 1914, als die Direktion ihm eine Karaffe und ein Burgunderglas aus geschliffenem Kristall schenkte, die immer auf seinem Stammtisch standen.

Das neunte und letzte Gebot der Boheme lautete: „Du musst dir das Leben nehmen“, was man ja mit Whisky und Soda tun könne, wie die jungen Radikalen im Grand in den 80er-Jahren meinten. Den Namen erhielten sie von P.J. Holter, der Whisky und Soda von einem London-Aufenthalt mit nach Hause gebracht hatte. Es wurden Wettkämpfe veranstaltet und der Sieger schaffte ganze 24 Stück, musste jedoch zum Schluss einen halben Portwein bestellen, um etwas zum Einschlafen zu haben...

Das Café wurde unter anderen besucht von Henrik Ibsen, Arne Garborg, Jonas Lie, Knut Hamsun, Gustav Vigeland, Gerhard Munthe, Nils Hansteen, Wildenvey und Roald Amundsen. Und dem personifizierten Boheme Hans Jæger. An der Spitze der neuen Frauen stand „la vraie princess de la bomen“, Othilia Lasson Engelhart. Sowohl Krohg als auch Jæger waren in Frau Oda verliebt, die die neue Zeit verkörperte. Dies taten übrigens auch die anderen „schönen, wundervollen Mädchen“, die eingefleischte Tabus brachen, dass das Café nur etwas für Männer wäre, sich an Diskussionen beteiligten, Zigaretten rauchten und Whisky Soda tranken.

Auch die Maler Thaulow und Karsten, Werenskiold und Skredsvig, Munch und Krohg verkehrten hier. Sie endeten alle in der Nationalgalerie, selbst wenn sie damals als „entsetzliche Rabulisten“ betrachtet wurden. Eine der schrillsten Gestalten war der Maler Karl Dørnberger, der eine Zeitlang wegen Ruhestörung inhaftiert war und nur zur Erledigung einiger Bankgeschäfte Freigang erhielt. Der Drang, sein Stammlokal zu besuchen wurde aber zu groß und so schrieb er dem Gefängniswärter einen Zettel und bat einen Boten, ihn zu überbringen: „Komme spät heim, legen Sie den Schlüssel bitte unter die Fußmatte“.

 

Ibsen im Grand

Zweifellos machte Ibsen die 90er Jahre zu den berühmtesten in der Geschichte des Grand.

Mit seiner Heimkehr 1891 nahm er eine Gewohnheit wieder auf, die er sich im Süden zugelegt hatte, sein Stammcafé täglich zu besuchen. Neun Jahre lang absolvierte er zweimal täglich Norwegens berühmtesten Spaziergang. Hinunter zur Arbiensgate, vorbei an der Universitätsuhr, wo er stets innehielt, um den genauen Gang seiner Taschenuhr zu kontrollieren, und weiter zum Grand Café. Mit seinem langen Frack, seinen faltenreicher Hose, seinem Zylinder und mit einem Regenschirm in der Hand war er eine der charakteristischsten Figuren des Viertels, wenn er in das Café marschierte und sich in seinem speziellen Sessel „Reserviert für Dr. Ibsen” niederließ.

Er war eine Attraktion von Rang und hielt sich von 12.30 bis 14 Uhr und von 18.00 bis 19.30 Uhr im Café oder im Lesezimmer auf. Die Einwohner der Stadt konnten die Uhr nach ihm stellen.

Im Sommer fühlte er sich am wohlsten auf der schattigen, kühlen Glasveranda (später ‚Palmen‘). Sein Mittagessen bestand aus Brötchen, Bockbier und Schnaps. Und häufig einem Whisky Soda. Das Grand war sein zweites Zuhause. Das Café wusste seinen berühmten Gast zu schätzen und schenkte ihm Weihnachten 1899 vier Gläser mit seinem Namen eingraviert: Whisky Soda, Bier, Wein und Schnaps.

 

Bilder gegen Essensmarken

Um Edvard Munch ging es dramatischer zu: „Sitze im Grand mit Hans Jæger, der morgen ins Gefängnis muss“, schrieb Munch 1888 an Arne Garborg.

Die Kellner gewährten oft Kredit, aber es geschah auch, dass die Gäste vom Vormittag an als Pfand sitzen bleiben mussten, bis sie am Nachmittag ausgelöst wurden. Kellner Ulleberg machte mit Munch gern Tauschgeschäfte. Für ein Bild bekam Munch Chateaubriands mit Bier und Schnaps für 30 Kronen - ganze 42 Essen. Kellner Olsen dagegen wurde „Das kranke Kind“ für 100 Steaks zu 50 Öre das Stück angeboten, aber er lehnte ab. Die „Madonna“ wurde von einem anderen Kellner gekauft, der es leider verkaufte, bevor es berühmt und wertvoll wurde. Unterdessen wurde Schuhmacher With glücklicher Besitzer von „Abend auf der Karl Johans Gate“ im Tausch gegen ein paar neue Stiefel.

Auch gewöhnliche Gäste besuchten das Café – sowohl solche von Bedeutung als auch solche, die sich im Ruhm einzelner Stammgäste sonnen wollten. Und manche einfach, um den Frühling im Grand zu erleben.

 

Per Krohgs Bilder

Das heute im Grand Café zu findende Bild malte Per Krohg im Jahr 1928. Das Bild zeigt die Einrichtung des Grand Cafés und einige der bekanntesten Künstler, mit denen er auch aufwuchs.

Er malte das Bild in der Johanneskirche, die abgerissen werden sollte. Im Grand hatte er einen sehr verschlissenen Plüschsessel aus den 1890er-Jahren, sowie Skizzen von den Stammgästen des Grand. Er sagt selbst, dass er erst die Plüschsessel und Tische platzierte, die Gardinen zur Seite zog und dann jeden einzelnen Gast, der hereinkam, mit Namen präsentierte: Meine Damen und Herren, hier kommt z. B. Jæger und dann platzierte ich die Figuren dort, wo sie sein sollten, zum Schluss kam Ibsen.

Das Bild verband die Vergangenheit mit dem Neuen und Modernen. Es ist nicht anzunehmen, dass alle diese Berühmtheiten, die auf dem Bild zu sehen sind, je gleichzeitig im Café anwesend waren.

 

Historische Festsäle

Speilen und der Rokokosaal gehörten zu den großen und bekanntesten Festlokalitäten von Oslo. Hier wurden Eintrittskarten zum Feiern von Polarhelden, Schriftstellern, Stadtjubiläen und Apres ski nach dem Holmenkollentag verkauft.

Mehrere feste Veranstaltungen für speziell geladene Gäste fanden ebenfalls statt und die farbenfroheste Veranstaltung war wahrscheinlich der Karneval des Künstlervereins, der jedes Jahr unter einem anderen Motto stand. Theater- und Kulissenmaler verwandelten die Säle entsprechend, z. B. in eine Eisöde, als einmal das Thema Polarreisen hieß.

Um die Feste und Bälle im ‚Speilen‘ rankten sich viele Legenden. Die Mitgliedschaft im Ballgesellschaftsverein war für die meisten ein Traum und eine Sache, zu der man eingeladen werden musste. Mit anderen Worten ein absolutes Privileg. Jedes Jahr wurde der Ball vom König und der Königin eröffnet, die die Festpolonaise anführten.

1957 wurden der Spiegelsaal und der Rokokosaal Opfer einer Brandkatastrophe. Man erzählt sich, dass Oberkellner Eugen Olsen bis über die Beine im Wasser saß und weinte, während große Kristallkronleuchter krachend zu Boden fielen. Die Säle wurden umgebaut und 1961 neu eröffnet.

 

Konjunkturzeiten

Die Konjunktur ist durch ein ständiges Auf und Ab gekennzeichnet und da kann es gut sein, einen festen Zufluchtsort zu haben.

Oslo hatte zwei Perioden, in denen die Menschen über Nacht durch Aktien reich wurden und das Grand Café zu einer Art Wertpapierbörse wurde. Der Champagner floss und es wurde auf großem Fuß gelebt. Es wird erzählt, dass zu dieser Zeit Vesle Charlie, der noch am Freitag vor den Toiletten im Keller Schuhe geputzt hatte, am Samstagmorgen im Speilen als Gast mit Lackschuhen, Zylinder und Goldkette auftauchte und es ihm scheinbar überaus gut ging. In dieser Zeit mussten die Kellner im Grand Café Schilder auf die Tische stellen, dass das Arbeiten im Lokal verboten war.

Auch Norwegen hatte seine Prohibition (von 1919 -1927, als Spirituosen verboten waren). Bei Einführung des Gesetzes verhaftete die Osloer Polizei im Laufe der ersten Monate 900 Personen wegen Trunkenheit. Das sogenannte Taschenflaschengesetz wurde eingeführt und die Kunst des Schnapsbrennens weiterentwickelt.

Die Aktien des Grands wechselten im Lauf der Geschichte häufig die Hände. Mehr als einmal stand das Grand Café vor dem Aus, zuletzt vor nur wenigen Jahren. Das Brauereiunternehmen Schous Bryggerier rettete jedoch sowohl das Grand als auch das Bristol mehrmals, sorgte für lukrative Verträge für ihr goldenes Getränk und erlangte so das Verfügungsrecht über einige der prächtigsten Restaurants der Stadt. Schous Bryggerier hatte schon die Wanddekorationen von Per Krohg bezahlt.

Bei einem Blick auf den Boden unterhalb der Wanddekoration erkennt man die Handschrift von Ibsen, die in den Teppich eingewebt ist. Hierbei handelt es sich um die Kopie eines Briefes, den ein wütender Dr. Ibsen an Georg Brandes schrieb.

 

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